Johann Jacobs Museum
Seefeldquai 17
8008 Zürich
Dienstag 16-22h, Samstag/Sonntag 11-17h
Eintritt Sfr. 7. - ab 26 Jahre
+41 (0) 44 388 61 90
office@johannjacobs.com

Das transkulturelle Klassenzimmer

Die Dinge sind in Bewegung: Sie werden gekauft, getauscht, gestohlen, gesammelt, geschmuggelt, verschenkt und ausgestellt. Anders gesagt, an den Dingen haften Schicksale. Sind diese auch nicht immer präsent, so prägen sie doch unseren Alltag mit. Mobiltelefone, die in Afrika kursieren, stammen mit einiger Sicherheit vom globalen Handelsplatz „Chungking Mansions“ im Herzen von Hongkong. Die als typisch afrikanisch erachteten buntfarbigen Stoffe kommen wiederum aus einer holländischen Fabrik. Und die Nudel auf dem heimischen Teller, wer hat die nun eigentlich erfunden? Folgt man den Bewegungskurven der Dinge – der schweizerischen Uhr im Haushalt des Kaisers von China, dem Kopftuch der bayerischen Bäuerin oder dem selfie stick in den Händen des globalen Kleinbürgers –, so erfährt man einiges, auch jede Menge Überraschendes, in puncto „gesellschaftliche Wandlungsfähigkeit“.

Ab 6. Oktober 2016

Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

6. und 7. Oktober 2016

Konferenz

Am Beginn des mehrjährigen Forschungs- und Ausstellungsprojekts Mobile Welten stehen eine große Konferenz und eine kleine Ausstellung. Die Konferenz versammelt Stimmen aus der Universität, dem Museum, der Kunst sowie dem institutions­kritischen Aktivismus, um Bilanz zu ziehen: Welchen Niederschlag haben die zahllosen Initiativen und Projekte zu den epischen Themen­komplexen „Migration und Museum“, „Transkulturalität“, „Vermittlung und kulturelle Bildung“ oder „Kunst und transdisziplinäre Forschung“ bislang gefunden? Welche Elemente dieser Debatten und Praktiken haben sich bewährt und woran lässt sich anknüpfen? Die Ausstellung wiederum zeigt das Ergebnis einer ersten Sichtung der Bestände des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg. Dabei geht es um Objekte, die wenigstens zwei oder drei Sprachen sprechen, wie beispielsweise ein Mantel von Alexander McQueen, der das britische Empire mit indischen Mustern bekämpft. In die Ausstellung fließen auch erste Erkenntnisse der Dingforscher*innen ein; das sind Schüler*innen der Erich-Kästner-Schule in Hamburg-Farmsen, die das kanonische Museumswissen um ihre Expertise ergänzen.


Donnerstag, 6. Oktober

10 - 11 Uhr
Begrüßung (im Ausstellungs­raum „Mobile Welten“)
Sabine Schulze
Roger M. Buergel
Sophia Prinz
Esther Pilkington/Ulrich Schötker
Hans Peter Hahn/Friedemann Neumann

11.30 - 14 Uhr
I. Dazwischen.
Die transkulturellen Herkünfte der Gegenwart
Paul Basu (Vortrag)
Inputs von: Johannes Ismaiel-Wendt, Christian Kravagna, Arata Takeda

15.30 - 18.30 Uhr
II. Komfortzone Museum.
Zur Trägheit und Durchlässigkeit von Institutionen
Mark Terkessidis (Vortrag)
Inputs von: Nathalie Bayer, Ayse Güleç, Frauke Miera, Lorraine Bluche, Vassilis Tsianos

19 Uhr
Keynote von Manthia Diawara



Freitag, 7. Oktober


10 - 13 Uhr
III. Was kommt in die Vitrine?
Zur Ideologie musealer Kategorien
Mirjam Shatanawi (Vortrag)
Inputs von: Stefanie Kiwi Menrath, Agnes Wegner, Friedrich von Bose, Gülay Gün, Susan Kamel

14.30 - 16.30 Uhr
IV. Körper auf der Flucht.
Zur Erfahrung und Übersetzbarkeit erzwungener Migration
Adrienne Edwards (Vortrag)
Inputs von: Daniel Kurjaković, Adnan Softić

17 - 19.30 Uhr
V. Wer lernt von wem?
Von Experten, die keiner fragt
Sybille Peters (Vortrag)
Inputs von: Jonas Tinius, Katharina Oberlik, Maike Gunsilius, Paul Mecheril

Das transkulturelle Klassenzimmer. Dinge umordnen, Erfahrungen übersetzen, Bedeutungen verändern
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (Vestibül), Steintorplatz, 20099 Hamburg

weitere Informationen unter:
www.mobile-welten.org
www.mkg-hamburg.de

Kontakt:
Sophia Prinz
Julia Lerch-Zajaczkowska


Mobile Welten. Zur Migration von Dingen in transkulturellen Gesellschaften
wird gefördert von:
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Johann Jacobs Museum

Projektpartner:
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Goethe Universität Frankfurt am Main
Erich Kästner.Schule Hamburg